← zurück zur Startseite

bruesli briefing Maintenance: Warum muss ich nach dem Launch noch Energie in meine Website stecken?

Veröffentlicht am:

Englische Version

Es ist Launch-Day: Alle klatschen in die Hände, „job well done“, und teilen die heimliche Hoffnung, dass sie sich mit dem „Thema Website” erstmal nicht mehr beschäftigen müssen. 

Für uns ist eine Website fertig, wenn sie für Nutzer:innen und Kunden gut funktioniert. Wir haben sie dann erfolgreich in den wichtigen Kombis aus Betriebssystemen, Geräten und Browsern getestet und sie hat unser Datenschutz- und Barrierefreiheits-Audit durchlaufen. Außerdem kann das Redaktionsteam die Seite alleine bedienen, braucht also keine Unterstützung mehr bei Alltagsaufgaben.

Oft ist dieser Zustand aber nicht von Dauer. Hier folgen einige der Gründe (und gute Argumente für schlaue Vorbereitung und passende Maintenance-Modi).

Security-Updates

Reguläre Updates für CMS und Plugins, etwa um Fehler zu korrigieren oder Sicherheitslücken zu schließen. Fast alle CMS-Anbieter gliedern ihre Updates in minor und major releases. Letztere enthalten zum Teil auch strukturelle Veränderungen (zum Beispiel geänderte Feld-Typen im Backend), was etwas aufwändigere Anpassungen nötig machen kann. 

Teilweise endet mit einem neuen major release der Security-Support für ältere CMS-Versionen (etwa bei Wordpress), andere Anbieter (wie Typo3Craft oder Kirby) unterstützen eine oder mehrere ältere Versionen. 

Security-Updates sind Pflicht und werden im Rahmen der Basis-Maintenance pro-aktiv umgesetzt, weil bekannte Fehler in Systemen eine der größten Sicherheitslücken von Websites sind.

Geänderte technische Anforderungen

Damit eine Website funktioniert, muss ein Haufen Technik zusammenspielen: Server-Infrastruktur und dort installierte Software, die Services von Drittanbietern (zum Beispiel für Newsletter, Ticketing oder Analytics), aber auch die Betriebssysteme und Browser auf den Endgeräten von Menschen, die eine Website nutzen. Vor allem bei Services von Drittanbietern und den damit verbundenen Schnittstellen, aber auch bei den Anforderungen durch Web-Browser gibt es öfter Veränderungen.

Daraus folgen oft klassische „Bugs“ (irgendwas auf der Website funktioniert nicht oder sieht komisch aus), die sich meistens leicht und zeitnah per Mail-Support beheben lassen. Bei Bedarf können mit Sentries und automatisierten Tests wichtige Website-Funktionen regelmäßig überprüft werden. 

Neue organisatorische oder gesetzliche Vorgaben

Neue oder veränderte Gesetzgebung zu Datenschutz, Barrierefreiheit, Persönlichkeitsrechten oder der Kennzeichnung von Werbung kann sich auch auf Website-Betreiber:innen auswirken. 

Das umfasst etwa die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und die entsprechenden Bundes- und Landesgesetze sowie das weniger bekannte Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG), das die Speicherung von Daten (zum Beispiel Cookies) auf dem Endgerät regelt (einen guten ersten Überblick gibt die Podcast-Folge der „Rechtsbelehrung“ mit der Datenschutz-Spezialistin Dr. Nina Herbort).

Beim Thema Barrierefreiheit hat zuletzt vor allem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) größere Aufmerksamkeit bekommen, in dessen Folge sich auch unser Website-Prozess stark verändert hat

Auch wenn interne Prozesse sich ändern oder eine Zertifizierung angestrebt wird (zum Beispiel nach ISO 27001, die auf den IT-Grundschutz-Kriterien des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik beruht), kann das Anpassungen an der Website nötig machen, etwa bei der Formular- oder Login-Absicherung.

In der Regel sind die Vorlaufzeiten für neue Gesetzesvorhaben lang; einige Initiativen behalten wir im Blick, um gegebenenfalls frühzeitig reagieren zu können (etwa die Entwicklung der Barrierefreiheits-Standards in der WCAG 3.0 oder den derzeit diskutierten „digitalen Omnibus“ der EU).

Da es sich oft um rechtlich verbindliche Anforderungen handelt, müssen entsprechende Anpassungen an Websites gemacht werden – auch wenn sie technisch aufwändig sind. Es lohnt sich, diese Themen mit Vorlauf zu planen und beispielsweise im Zuge eines Website-Relaunches oder dem Update auf ein neues major release des CMS umzusetzen.

Schulung und Support

Wenn neue Kolleg:innen ins Team kommen oder ein Feature lange nicht genutzt wurde, kommt es immer wieder zu Rückfragen zum CMS und seiner Verwendung („wo musste ich nochmal den Haken setzen für die Permissions …“). 

Gerade bei Tools, die sich an eine breitere Nutzer:innenbasis richten, ist Anwendungs-Support eigentlich unumgänglich. Gute Schulungsvideos und interne FAQs können den Support-Aufwand reduzieren, vor allem wenn sich Projekte nur langsam verändern. Oft geben vermeintlich „dumme Fragen“ auch Hinweise auf Interface-Probleme, die sich mit kleinen Anpassungen lösen lassen. Wer eine schnelle und kompetente Antwort auf eine Rückfrage bekommt, hat auf jeden Fall mehr Spaß am Produkt. 

Weiterentwicklung der Seite

Oft ergeben sich aus Nutzungsdaten, Feedback oder neuen Anwendungsfällen auch neue Bedarfe für die Website. 

Feature Requests können in kleinem Umfang auch im Rahmen der Maintenance umgesetzt werden, oder sie werden gebündelt als Sprint oder Teilprojekt realisiert.

… und was passiert, wenn meine Seite gehackt wird? 👻

Auch für mittelständische Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ist das mittlerweile eine ernstzunehmende Bedrohung. Allerdings sind die Mittel für komplexe, technisch aufwändige Lösungen hier oft begrenzt.

Eine gute Richtschnur ist der IT-Grundschutz des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik. Zu den einfach umsetzbaren Maßnahmen gehören zum Beispiel regelmäßige Security-Updates, sichere Authentifizierung und klar begrenzte User-Rollen, die Vergabe sicherer Passwörter oder die Absicherung von Formular- und Upload-Feldern. Allgemein helfen Prinzipien von Datensparsamkeit dabei, Schäden möglicher Hacks zu mitigieren (etwa indem Buchungen oder Zahlungen nicht über die Website-Infrastruktur abgewickelt werden).

Eine wichtige Rolle spielt auch der Webhosting-Anbieter, etwa für Backups von Datenbank und Dateien, die Erfassung unerwünschter Zugriffe und den Umgang mit massenhaften Zugriffen durch KI-Crawler oder Botnetze. Viele Managed-Hosting-Angebote enthalten einen wirksamen Basis-Schutz und aktiven Support zu diesen Themen. 

Ein hundertprozentiger Schutz vor Hacks existiert nicht, aber einfache technische und organisatorische Maßnahmen können die Gefahr verringern und die Folgen abschwächen. Wir beraten hier gern beim Setup.

Noch Fragen? Melde dich: info@diebrueder.com